Belgian rules! Non-stop Party with belgian attitude

Regisseur und Choreograph Jan Fabre und seine Compagnie >>Troubleyn<< erarbeiten mit der Produktion >>Belgian Rules/ Belgium Rules<< ein sinnliches Theater mit einer Hommage an Belgien in der völligen Abwesenheit von Nationalismus.

Willkommen in Belgien! Im Land der Surrealisten, der 12 unterschiedlichen Biersorten, der Pommes Frites, der verrückten Regeln, Karnevalstänze, der Tauben, der Igel und vieles mehr. In 14 Kapiteln und 42 ausufernden Bildern, feiern die Performer (Annabelle Chambon, Cédric Charron, Tabitha Cholet, Anny Czupper, Conor Thomas Doherty, Stella Höttler, Ivana Jozic, Gustav Koenigs, Mariateresa Notarangelo, Çigdem Polat, Annabel Reid, Merel Severs, Ursel Tilk, Kasper Vandenberghe, Andrew James Van Ostade) von Jan Fabres Compagnie >>Troubleyn<< in der Produktion >>Belgian Rules/ Belgium Rules<< (UA Volkstheater Österreich 2017) am Hebbel am Ufer (HAU) belgische Geschichte und belgische Klischees. Sie beginnen mit der Geburt des Königreichs, seiner Unabhängigkeit, seinen Sehenswürdigkeiten und sprechen in den belgischen Amtssprachen, Französisch, Niederländisch und Deutsch über die drei Regionen, Flandern, Wallonien und die deutsche Gemeinschaft. Sie berichten von Konflikten zwischen den Regionen, tanzen Karnevalstänze oder rappen mit >>I am rich and you are not<< über den belgischen Kolonialismus. Mythen, Kunstwerke und vergangene Realität verschwimmen zu surrealistischen Bildern mit soziokulturellen Phänomenen, die im starken Kontrast zueinanderstehen. Mal laut und leise, dann schrill und still, werden unter anderem Kunstwerke von belgischen Künstlern lebendig. In Fabres 4. Kapitel – Peter Paul Rubens erwacht Rubens Gemälde >>Das Pelzchen<< zum Leben. Sieben Performerinnen stehen nackt im Pelz mit Schusswaffen auf der Bühne und sprechen in den unterschiedlichen Amtssprachen von der belgischen Rüstungsindustrie Fabrique Nationale Herstal, vom Waffenhandel und den erzielten Profiten. Sie richten dabei ihre Waffen in die Richtung des Publikums und errechnen, dass sie 27 Waffen pro Tag und 10 000 Waffen im Jahr verkaufen. Belgien gewinnt damit mindestens 1 Milliarde Euro im Jahr. >>Seid fabelhaft und effizient. Kauft sie und schießt<<, unterbrochen wird das lebende Gemälde mit dem Popsong >>Alors On Danse<< von Stromae und einer tanzenden Taube. Die sympathischen Tauben in >>Belgian Rules/ Belgium Rules<< sind Ratten der Lüfte, Liebhaber, Regelbrecher und zugleich die Friedensbotschafter für die belgischen Regionen und für Europa mit der Botschaft >>Es ist möglich nicht illegal zu sein und an Europa zu glauben<<.

>>Belgian Rules/ Belgium Rules<<, Compagnie >>Troubleyn<< , Foto: Wonge Bergmann.

Jan Fabres non-stop Party >>Belgian Rules/ Belgium Rules<< ist eine Ode an die Fantasie. Hier beschwört der Igel die Geburt von Belgien aus dem Geist des Theaters und lebende surrealistische Bilder erweitern die visuelle Wahrnehmung auf die auditive, olfaktorische und taktile. Das Ensemble kreiert ein sinnliches Theater, in dem es unter anderem mit Weihrauch oder Kälte unterschiedliche Wahrnehmungsebene gezielt anspricht. Regisseur Fabre, Autor Johan de Boose und seine Compagnie >>Troubleyn<< verschmelzen in >>Belgian Rules/ Belgium Rules<< politische Schönheit mit anspruchsvoller Ästhetik. Häufige Kostümwechsel, ein hoher Verbrauch an Bier und Konfetti, entgegengesetzte musikalische Klänge und Spannungen erhalten die vierstündige Performance am Leben, wobei der morbide Charakter der Produktion auch den Tod feiert.

wir zelebrieren den Tod. Er fließt durch unsere Adern. Wir atmen den Tod

>>Belgian Rules/ Belgium Rules<<, Compagnie >>Troubleyn<< , Foto: Wonge Bergmann.

Wie bereits in Fabres Inszenierung >>Preparatio Mortis<< (UA Festival Avignon 2005), übersetzt der Choreograph auch hier das das Paradoxe-Verhältnis von Leben und Tod in eine mitfühlende Poesie des Tanzes. Die Compagnie >>Troubleyn<< präsentiert bis zur physischen Erschöpfung belgische (Kunst-)Geschichte und Klischees auf eine ironische, intellektuelle und kritische Art, sodass >>Belgian Rules/ Belgium Rules<< kein Loblied auf die Nation Belgien ist, sondern es eher die feierliche Möglichkeit gebietet, Belgier und Europäer ohne nationales Gedankengut zu sein.

>>Belgian Rules/ Belgium Rules<<, Hebbel am Ufer, Weiterer Spieltermin: 17.3.2018 Karten unter: tickets@hebbel-am-ufer.de oder 030/ 259004 27

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