TRUMP! – The Show goes on

Gemeinsam erkunden die Schauspieler Andreas Beck und Bettina Lieder unter der Regie von Marcus Lobbes in der Inszenierung >>TRUMP<< den Aufstieg von Donald Trump.

An diesem Abend findet die US-Wahlparty für potentielle Trump-Befürworter in einem Zelt in der Heinrich Böll Stiftung Berlin im Rahmen der Tagung Moralische Anstalt 2.0 (1.-3.102017) statt. Neben der US-Patriotischen Einrichtung, einer persönlichen Begrüßung durch die Schauspieler, die an das Ehepaar Melania und Donald Trump erinnern, werden Popcorn, Hot Dogs und Trump-Mineralwasser gereicht. Nachdem Melania und Donald, die Lage abgecheckt und die Zuschauer begrüßt haben, wird klar: >>Wir alle stecken in der Scheiße<<. Wir haben Donald Trump zwar nicht direkt zum neuen US-Präsidenten gewählt, aber genau wie bei der Bundestagswahl in Deutschland haben Parolen, Frames und Rassismen dafür gesorgt, dass rechte Persönlichkeiten an der Regierung sind. Donald Trump hatte eine gute Wahlkampfstrategie, in dem er mit Frames gearbeitet hat, die die Bedürfnisse der amerikanischen Bürger angesprochen haben. Das Phänomen Trump quält uns nun Tag für Tag und wird von der Presse normalisiert, davor sollten wir uns fürchten. Wir sollten uns fürchten, wenn Rassismus zum Alltag gehört und so gesellschaftsfähig gemacht wird. Gemeinsam erkunden die Schauspieler auf der simulierten Wahlparty das Phänomen Trump und versuchen es aufzuarbeiten. Was gab es? Nach der Schießerei in Orlando am 12.Juni 2016, sagte Trump: >>Ich glaube, Barack Obama arbeitet mit Islamisten/ Terroristen zusammen<<. Trump hat einen Journalisten niedergeschrien und den Begriff >>Fake News<< neu geprägt. Er versucht Obamacare abzuschaffen. Nun streitet er sich mit dem Nordkoreanischen Diktator Kim Jong-un und ist kurz davor einen Atomkrieg anzuzetteln. Und dennoch: Wieso ist Donald Trump so erfolgreich und wird von einem Großteil seiner Bevölkerung geliebt?

Das Wirtschaftswunder Trump begann mit Fred Trump, dem Vater von Donald Trump, und seiner Geschäftsphilosophie >>Arbeiter nicht zu bezahlen<< und Baumaterialien, wie Nägel mehrmals zu verwenden. Weiteres Erfolgsrezept ist die Ausgrenzung von Minderheiten. Bei Trump Immobilien gab es beispielsweise keine farbigen Mieter. Donald hat die Geschäftsphilosophie seines Vater angenommen, ging nach Manhattan, wo er in kurzer Zeit ein Vermögen in Milliardenhöhe erwirtschaftete und seinen Namen >>TRUMP<< zur Marke machte. Besondere Unterstützung erhielt Donald Trump von den amerikanischen Juristen Roy Cohen, der Trump beibrachte, wie Macht und Furcht eingesetzt werden und Angriff und Gegenangriff für Aufmerksamkeit sorgen. Cohen hat Trump zu einem guten Rhetoriker ausgebildet, der präzise Zielgruppen ansprechen kann, sodass ein Großteil der Amerikaner sich angesprochen fühlen. Beispielsweise spricht Donald Trump Themen an wie: >>Waffen in Syrien<< verwickelt sich in Widersprüche, wodurch er unwissend wirkt, sich dadurch Empathien, Sympathien sichert und sich Volksnähe verschafft. Mit der Aufarbeitung von dem Phänomen >>TRUMP<< geht auch die Wahlparty langsam zu Ende. Die Schauspieler räumen während des Führen von Monologen, Dialogen und Interaktionen mit Zuschauern das Zelt auf. Bald stehen alle in einem kargen Raum. Die Party ist vorbei, aber Trumps show goes on.

>>TRUMP<< Andreas Beck und Bettina Lieder, Foto: Birgit Hupfeld.

Regisseur Marcus Lobbes inszeniert mit seinem Ensemble einen mitreißenden, unterhaltenden Abend, welcher das Phänomen >>TRUMP<< knallhart durchleuchtet und es in reflektierter Relation zu Deutschland bringt. Andreas Beck und Bettina Lieder spielen sich immer wieder gekonnt Sätze wie Bälle zu und ergänzen den Text mit improvisiert-sarkastischen und zynischen Kommentaren, die den Ernst der politischen Misere auflockern. Dieser Abend ist nicht nur unterhaltsam, sondern liefert auch ein starkes Stück an Aufklärung.

>>TRUMP<<| Schauspiel Dortmund| 26.12.2017, Einlass um 19.30 Uhr vorher Einführung um 19.00 Uhr| Karten unter: 0231/ 50 27 222 und ticketinfo@theaterdo.de

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