MonsantoArtÜberschrift

Am 25. Mai 2013 haben weltweit in 55 Ländern Tausende von Menschen gegen den größten US-Agrarkonzern Monsanto protestiert. Auch in Düsseldorf hat ein „March Against Monsanto“ stattgefunden. Die Protestanten (= oder wir) fordern: den Erhalt der Artenvielfalt, ein Verbot von Patenten auf Saatgut und Lebewesen, die Rücknahme des „Monsanto Protection Act“ in den USA, weil ein Konzern nicht über dem Gesetz stehen darf. Eine Deklaration von gentechnisch modifizierten Saatgut in den Lebensmitteln und neutrale wissenschaftliche Studien über die gesundheitlichen Folgen der Genmanipulation.

Trotz vieler Versuche des Öffentlichmachens der lebensverachteten Politik von Monsanto, sind noch immer wenig Menschen über den Agrarkonzern aufgeklärt, was schockierend ist. Denn wer Kontrolle über Lebensmittel ausübt, ist im Begriff die Menschheit zu beherrschen.

Monsanto gehört zu den größten international-tätigen Agrarkonzernen. Er wurde 1901 gegründet, ging 1927 an die Börse und hat seinen Hauptsitz in St. Louis dem US-Bundesstaat Missouri. Der Konzern hat Niederlassungen in 61 Ländern und vermarktet hauptsächlich Saatgut und Herbizide. Zu seinen bekanntesten Produkten gehören: transgene Maissorten, transgene Soja, transgene Baumwolle, Breitbandherbizide mit dem Wirkstoff Glyphosat, wie Roundupoder dem Herbizid Agent Orange, das Dioxine enthält und im Vietnamkrieg als wichtigster Lieferant zur Entlaubung von Wäldern und Nutzpflanzen eingesetzt wurde und so für etliche Missbildungen verantwortlich ist. Im Jahre 1983 stellte Monsanto seinen ersten Patentantrag für eine transgene Petunie und führte 1987 erstmalig in den USA ein Feldversuch mit gentechnisch-veränderten Pflanzen durch. Der Konzern vertritt die Ansicht, dass seine gentechnisch-veränderten Pflanzen den Hunger in der Welt beseitigen könne. Monsantos Visionen sind aber nicht die Beseitigung des Hungers in der Welt, sondern die Monopolbildung und somit die Kontrolle über die gesamte Welternährung zu erhalten. Schon seit 2009 gehören mehr als 90 Prozent des angebauten Sojas in den USA Monsanto. Der Konzern verfolgt eine unglaublich-unmoralische Marktstrategie von Verträgen, die Bauern verpflichtet jedes Jahr neues Saatgut zu kaufen und regelmäßig Roundup als Herbizid zu verwenden bis hin zu Patentanträge auf (Nutz-)Tiere. Monsantos Strategie zur Monopolbildung ist das Aufkaufen beziehungsweise Fusionieren mit Saatgutfirmen, um so eine bedeutsame Kontrollstellung im Gewerbe pflanzliches Erbgut zu erhalten. Der Konzern liefert 90 Prozent der weltweiten Saatguttechnologie. Ferner hat der Konzern eine Vielzahl von Patenten auf gentechnische Verfahren sowie auf gentechnisch-veränderte Pflanzen erworben und beherrscht schon seit 2005 mit 647 Patenten auf gentechnisch-veränderte Pflanzen den Weltmarkt. Ein weiterer Aspekt zur Stärkung von Monsantos Machtstellung ist, dass Pflanzen von Natur aus dazu neigen, sich durch Pollen- Samenverbreitungen zu vermehren, sodass es zu Kreuzungen von transgenen und natürlichen Pflanzen kommt. Bauern mit verunreinigten Pflanzen (gekreuzte Pflanzen aus Transgen und Natur) werden von Monsanto angeklagt und müssen ein Strafgeld an Monsanto zahlen, weil die verunreinigten Pflanzen mit patentierten Erbgut zum Eigentum von Monsanto geworden sind. Die transgenen Pflanzen von Monsanto sind herbizidtolerant und können so dem Breitbandherbizidmittel Roundup standhalten, damit Insekten die Ernte nicht zerstören und der Bauer eine größere Ausbeute hat.Andere gentechnisch-veränderte Pflanzen sind insektenresistent konzipiert und tragen so, das natürlich auftretende Bakterium Bacillus thuringienis (Bt) in sich, welches als Insektengift fungiert. Diese erdachten Theorien von Monsanto hören sich zauberhaft an, stimmen aber leider nicht mit der Praxis überein. Denn Insekten passen sich ihrer Umgebung an, entwickeln sich weiter und werden gegen das Gift resistent, folglich vererben sie diese genetische Resistenz an ihren Nachwuchs weiter. Ein Teufelskreis zwischen Mensch und Evolution, weil regelmäßig ein stärkeres Gift produziert werden muss. Ein anderes Problem ist, dass Biobauern Bt nicht mehr als Schädlingsbekämpfungsmittel einsetzten können, weil der Anbau von transgenen Bt-Pflanzen die Insekten genetisch-resistent gegen das natürlich auftretende Bakterium Bacillus thuringienis werden ließ.

Mit den Saatgut-Verträgen bindet Monsanto die Bauern, denn in jeder neuen Saison müssen sie neues Saatgut kaufen und entsagen somit der kulturellen Tradition, Saatgut nach erfolgreicher Ernte für die nächste Saison aufzubewahren. Der Konzern behält sich das Recht vor, das Saatgut zu kontrollieren, nachdem der Bauer es gekauft, ausgesät und geerntet hat. Viele Landwirte sind meist mit den strengen Vertragsregelungen nicht vertraut und bewahren traditionell das Saatgut von der letzten Ernte auf, was zu hohen Geldstrafen führt und manche in den Bankrott treibt. Monsanto geht noch weiter und zwar wirft Monsanto Bauern Patentverletzung vor, wenn sie das Monsanto-Saatgut nicht fortführen oder wenn Körner aus der vorjährigen gentechnischveränderten Ernte auf den konventionell bepflanzten Feld durchwachsen und Bauern diese mit dem Rest seines Bestandes ernten. Er wird so zum Nutzer der Monsanto-Technologie, laut Monsanto.

Der Konzern hat seine eigene Spionageabteilung und unter anderem eine gebührenfreie Hotline eingerichtet, wo Menschen potenzielle Patentverletzungen melden können. Wird ein Bauer verklagt, erhöhen sich die Kosten für ihn zusätzlich, weil eine Klausel des Saatgut-Vertrags für alle Verfahren den Gerichtsstand im Firmensitz St. Louis vorsieht; ausgenommen Baumwolle. Nur wenige Bauern haben die mentale Kraft und das Geld, um gegen Monsanto Klage einzureichen. Besonders interessant ist, dass bei sechs von 90 Gerichtsverfahren mit Monsanto als Kläger, gefälschte Unterschriften auf den Saatgut-Verträgen aufgetaucht sind. Hauptsächlich entscheidet sich das Gericht zu Gunsten von Monsanto.Der Konzern wurde erstmalig im Februar 2012 von einem Gericht in Lyon, wegen Vergiftung eines Bauers mittels Pestiziden schuldig gesprochen. Neuerdings schützt die US-Regierung Monsanto. Erst vor kurzem hat die US-Regierung den „Monsanto Protection Act“ verabschiedet, in dem der Monopolist gerichtlich gegen Verkaufsstopps für sein Saatgut vorgehen kann.

Aurélie de Gautier

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